akute Dickdarmentzd.

Häufigste Ursache für akute Entzündungen im Dickdarm sind Entzündungen in Divertikeln <=Ausbuchtungen der Darmwand>, die als Divertikulitis bezeichnet werden: hierbei lösen Stuhlgangsreste in den Ausbuchtungen bakterielle Infektionen aus (durch die ganz normalen Bakterien des Dickdarm), die die Darmwand betreffen, aber die sich ev. auch über den Darm hinaus ausdehnen können. Divertikel des Dickdarms sind bei ca 60% der Bevölkerung vorhanden. Es handelt sich dabei um Ausbuchtungen des Darmes, die sich dort bilden, wo die Blutgefäße, die die Darmschleimhaut versorgen, die Darmwand durchziehen. An diesen „Schwachstellen“ der Darmwand, kann es dann zur Vorwölbungen von Schleimhaut des Darmes kommen, die in der Endoskopie dann wie „Löcher“ in der Darmwand imponieren, oft in großer Zahl! Divertikel bilden sich vor allem im S-Darm. Bei ca 20% der Patienten mit Divertikeln kommt es zu einer Entzündung (Divertikulitis) wie o.a.; ballaststoffarme Kost oder kern- und körnerhaltige Nahrung können diese Endzündungen begünstigen. Es treten dann Schmerzen meist im linken Unterbauch auf, wenn sich die Entzündung auf den Bauchfellüberzug des Darmes ausdehnt.

Die Einteilung der Divertikulitiden erfolgt nach dem Ausmaß und dem Befall des Darmes und ev. seiner Nachbarorgane. So unterscheidet man die unkomplizierte Divertikulitis (die nur die angrenzende Darmwand betrifft) von der komplizierten Divertikulitis (die einen eitrigen Abszess oder einen entzündlichen Fistelgang um den Darm bzw. zu seinen Nachbarorganen ausbilden kann bis hin zum Durchbruch der Endzündung in die Bauchhöhle) und von der chronischen Divertikulitis (bei der es immer wieder zu Divertikulitiden kommt und bei der sich eine narbige Enge im Dickdarm ausbilden kann).

Die Behandlung der unkomplizierten Divertikulitis erfolgt immer medikamentös, die Entzündung geht aber oft auch von alleine wieder zurück; zT reicht eine Entzündungshemmung, zT sind auch Antibiotika erforderlich. Die komplizierte Divertikulitis wird nur in ihrer leichten Form noch medikamentös behandelt unter enger Kontrolle zB mit Ultraschall. Die schweren oder lebensbedrohlichen Formen (Abszess, Fistel, Durchbruch) bedürfen immer eine Operation. Die chronische Divertikulitis kann mit einem Quellmittel (das die Passage des Stuhls durch rel. Engen erleichtert) behandelt werden, muss aber auch in vielen Fällen wg der Beschwerden durch die Enge im Darm operiert werden.

Ca 1/3 der Patienten, die eine akute Divertikulitis erleiden, bekommen im Verlauf von ca 10 Jahren eine weitere Entzündung. Wann diese Entzündung auftritt (zB schon eine Woche nach der ersten Entzündung oder erst Jahre später), kann nicht vorhergesagt werden.

Andere Ursachen von akuten Dickdarmentzündungen sind vielfältig. Neben den in unseren Breiten seltenen, gefährlicheren (weil oft schwer verlaufenden) Infektionen durch Amöben und Cholera-Erreger (Vibrionen), kommen bei uns eher eine Vielzahl anderer bakterieller Infektionserkrankungen des Darmes (Yersiniose, Salmonellose, Camphylobacter-Infektionen etc.) oder auch Virusinfektionen vor (Reisdiarrhoe, Rotaviren etc.); seltene nicht-infektiöse Ursachen wie eine kollagene Colitis oder eine eosinophile Colitis lösen eher chronische Durchfälle aus. Die Diagnose infektiöser und nicht-infektiöser Darmentzündungen stützt sich v.a. auf Gewebsuntersuchungen aus der Dickdarmschleimhaut (Untersuchungen, Coloskopie) und auf Stuhluntersuchungen (Anzüchtung der Bakterien aus dem Stuhl mit Keimnachweis). In den meisten Fällen bedürfen bakterielle oder virale Dickdarmentzündungen mit Durchfall keiner speziellen Therapie, sondern heilen spontan, unter Umständen kann der Verlauf aber sehr langwierig sein (bis zu Monaten) und auch ein Reizdarmsyndrom (s. dort) auslösen. Eine spezielle Behandlung von Virusinfektionen mit Durchfallfolge gibt es nicht (von vorbeugenden Impfungen abgesehen). Symptomatische Maßnahmen können die Beschwerden für den Betroffenen aber doch deutlich bessern.
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