Sprue

Verschiedene Ursachen sind bekannt, die eine Aufnahme der Nahrungsbestandteile durch die Dünndarmschleimhaut in den ersten 20-30 cm des Dünndarms behindern können. Einige Störungen – wie z.B. der oft angeborene Laktasemangel – betreffen nur einige Bestandteile der Nahrung. Andere Störungen – wie z.B. die einheimische Sprue (= Zöliakie) – beeinträchtigen die Aufnahme aller Nahrungsmittelbestandteile.

Bei dieser Erkrankung, die typischerweise im Kindesalter auftritt, aber auch vor allem bei Frauen erst zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr (selten später) vorkommt, wird die Dünndarmschleimhaut dermaßen geschädigt, dass sie ihre Funktion (Nahrungsbestandteile aus dem Darm aufzunehmen) nicht mehr wahrnehmen kann. Ursache ist eine allergische Reaktion: bestimmte Eiweißstoffe in Getreide und Getreideprodukten (Gluten, in vielen Nahrungsmitteln vorhanden!) lösen in der Schleimhaut des Dünndarms eine Allergiereaktion (Entzündung) aus, die zu einer Abflachung und Funktionsschädigung der Schleimhaut führt (Schleimhautatrophie). Auch andere Ursachen können eine solche Schleimhautatrophie auslösen (z.B. seltenere Infektionskrankheiten). Die Folgen sind immer die gleichen bei den Betroffenen: Mangelsymptome (weil Vitamine, Eiweiss und Fette nicht mehr aufgenommen werden können), Durchfälle (häufig übelriechend durch bakterielle Zersetzung von nicht aufgenommenen Fetten im Dickdarm) und typischerweise auch Gewichtsverlust.

Eine Heilung dieser Erkrankung ist nur möglich, wenn die auslösende Ursache – nämlich die Allergiereaktion auf Gluten – vermieden wird. Dieses ist ausschließlich durch eine konsequente Diät möglich. Es dürfen keine Nahrungsmittel aufgenommen werden, die Gluten enthalten. Wenn die Diagnose einer Sprue gestellt ist (Schleimhautprobe aus dem Dünndarm, Antikörperdiagnostik im Blut), muß diese Diät konsequent und meist lebenslang eingehalten werden! Der Erfolg stellt sich in einigen Wochen bis Monaten ein. Er ist meist überzeugend! Durch einen einzigen Diätfehler kann er u.U. schon zunichte gemacht werden. Große Unterstützung bei der Auswahl und bei der Beschaffung der Lebensmittel, die kein Gluten enthalten, bietet die Deutsche Zöliakiegesellschaft den betroffenen Patienten (s. Links). Nicht unerwähnt bleiben darf, dass vor allem die unbehandelte Sprue auch ein Risiko für bösartige Erkrankungen im Magen-Darmtrakt und sogar auch ausserhalb des Magen-Darmtrakts darstellt und daher eine regelmäßige ärztliche Kontrolle notwendig ist.
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